Der Energieausweis

Bestandteil der EnEV ist auch der Energieausweis. Dieser wurde 2007 erstmals eingeführt und hat zum Ziel, die Energieeffizienz von Gebäuden vergleichbar zu machen.

Wer benötigt einen Ausweis?

Für Neubauten und alle Gebäude, die neu vermietet oder verkauft werden sollen, ist der Energieausweis Pflicht. Der Vermieter oder Verkäufer muss dem Interessenten den Ausweis vorlegen, jedoch nicht überlassen oder aushändigen. In öffentlichen Gebäuden mit einer Nutzfläche von mind. 1.000 m² muss der Ausweis gut sichtbar ausgehängt werden. Alleine für Baudenkmäler ist der Energieausweis nicht verpflichtend. 

Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis

Beim Energieausweis wird zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis unterschieden. Wer welche Art von Ausweis benötigt, ist ebenfalls in der EnEV geregelt.

Der Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis ermittelt anhand von baulichen Aspekten den theoretischen Energieverbrauch eines Gebäudes. Dieser ist unabhängig vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohner. Er ist Pflicht für Neubauten und Wohngebäude, die weniger als 5 Wohnungen (1 bis 4 Wohnungen) besitzen und bei denen der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde.

Für den Bedarfsausweis werden folgende Daten des zu bewertenden Gebäudes benötigt: die Dämmstärken des Daches bzw. der Geschossdecke, der Außenwände und des Kellers. Außerdem sind Art und Alter der Fenster sowie Angaben zum Alter und Isolierungszustand der Heizung und der Warmwasseraufbereitung erforderlich. Auf der Basis dieser Daten werden rechnerisch der Primärenergiebedarf und der Endenergiebedarf des Gebäudes berechnet.  Dabei gibt der Endenergiebedarf die jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung an. Für den Primärenergiebedarf wird zusätzlich noch die „Vorkette“ der jeweils eingesetzten Energieträger berücksichtigt. Damit stellt der Primärenergiebedarf auch ein Maß für die Umweltfreundlichkeit eines Gebäudes dar.

Der Verbrauchsausweis

Der Verbrauchsausweis orientiert sich an den tatsächlichen Verbrauchsdaten für Heizung und Warmwasserbereitung der letzten drei oder mehr Jahre. Er ist damit stark vom individuellen Verbrauchsverhalten der Nutzer abhängig. Damit ein z. B. besonders starker Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes führt, wird der Energieverbrauch um einen standortbezogenen Klimafaktor bereinigt.
Bei Wohngebäuden, die dem Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 entsprechen oder bei denen der Bauantrag nach dem 1. November 1977 gestellt wurde, besteht Wahlfreiheit zwischen dem Verbrauchsausweis oder den Bedarfsausweis. Für Nichtwohngebäude besteht ebenfalls Wahlfreiheit zwischen beiden Ausweisarten.