Die Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV ist ein Teil des deutschen Baurechts. In ihr ist geregelt, welche bautechnischen Anforderungen zum Energieverbrauch der Bauherr berücksichtigen muss. Dabei gilt die EnEV nicht nur für Neubauten, sondern greift auch bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an Altbauten oder bei Erweiterungen von mehr als 50 m2 an bestehenden Gebäuden.

Die Verordnung gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und bestimmte Betriebsgebäude. Dazu zählen:

  • Gebäude mit einer Innentemperatur von mehr als 19 °C, die jährlich mind. 4 Monate beheizt werden, sowie Gebäude, die ganz bzw. überwiegend zum Wohnen genutzt werden.
  • Gebäude die nach ihrem Verwendungszweck eine Innentemperatur von 12–19 °C haben und mind. 4 Monate beheizt werden.

Die EnEV gilt dagegen nicht für:

  • Betriebsgebäude, die überwiegend der Tierhaltung dienen.
  • großflächige Betriebsgebäude, die lang anhaltend offengehalten werden müssen.
  • unterirdische Bauwerke.
  • Räume, die der Aufzucht und dem Verkauf von Pflanzen dienen (Gewächshäuser etc.).
  • Traglufthallen, Zelte und ähnliche Gebäude, die wiederholt aufgebaut und zerlegt werden müssen.

Seit dem Stichtag 1. Oktober 2009 ist die Novelle der Energieeinsparverordnung in Kraft getreten. Dabei wurde die Obergrenze für den zulässigen Jahresprimärenergiebedarf für Neubauten um durchschnittlich 30 % gesenkt, die Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle um durchschnittlich 15 % erhöht und festgelegt, dass Nachtspeicherheizungen stufenweise außer Betrieb genommen werden sollen.

Ein wesentlicher Wert, an dem sich die Energieeffizienz eines Gebäudes und einzelner Gebäudeteile messen und vergleichen lässt, ist der U-Wert.

Der U-Wert

Der U-Wert  ist die Bezeichnung für den Wärmedurchgangskoeffizienten. Dieser beschreibt, welche Wärmemenge (in kWh) durch eine Bauteilfläche von 100 m² in einer Stunde transportiert wird, wenn zwischen innen und außen ein Temperaturunterschied von 10 °C besteht. Je kleiner der U-Wert ist, desto geringer ist also der Wärmeverlust bzw. desto besser ist die Wärmedämmung.

Beispiel

Ihr Fenster ist 2 m x 1 m groß (2 m²) mit einem U-Wert von 1,5 W/m² x K.

Beträgt die Außentemperatur nun –10 Grad und die Innentemperatur +20 Grad, so ergibt sich ein Temperaturunterschied von 30 Grad.

Das heißt:

2 m² Fensterfläche x 30 Grad Temperaturunterschied x 1,5 U-Wert =
90 Watt

Der Wärmeverlust des Fensters beträgt 90 Watt pro Stunde.

Referenzwerte des U-Werts für Neubauten gemäß EnEV 2009

Bauteil Wohngebäude Nichtwohngebäude
U in W/(m2K) U in W/(m2K)
Außenwand gegen Außenluft 0,28 0,28
Außenwand gegen Erdreich 0,35 0,35
Dach, oberste Geschossdecke 0,20 0,20
Fenster, Fenstertüren 1,30 1,30
Dachflächenfenster 1,40 1,40
Lichtkuppeln 2,70 2,70
Außentüren 1,80 1,80
Vorhangfassade 1,40
Glasdächer 2,70
Lichtbänder 2,40

Höchstwerte im Sanierungsfall gemäß EnEV

Bauteil ENEV 2009
U in W/(m2K)
Außenwände 0,24
Dach, oberste Decke 0,24
Fenster, Fenstertüren 1,30
Verglasungen 1,10
Dachflächenfenster 1,40
Vorhangfassaden 1,50
Glasdächer 2,00